DIREKTKONTAKT

Diabetes-Wissen

Diabetes Apps fürs Smartphone auf Rezept

Export Pexels Marek Levak Small

Handy-Apps für Diabetiker gibt es wie Sand am Meer. Doch wer sich einmal näher damit beschäftigt, der wird schnell frustriert feststellen, dass eine große Zahl der vollmundig beworbenen Apps nicht viel taugen.

Entweder soll man nachträglich noch viel Geld, schlimmstenfalls ein teures monatliches Abo, bezahlen, oder aber die App hat gar nicht die erhofften Funktionen. Manche sind aber auch einfach vollkommen überladen und machen dadurch die Bedienung unnötig schwer. Ganz schlecht ist es auch, wenn Gesundheits-Apps ihre Daten nicht mit anderen Apps teilen wollen oder können. Viele setzen ja beispielsweise auf Apple-Health, um alle Gesundheitsdaten zentral auswerten zu können. Wenn eine neue App aber keinen Datenaustausch mit anderen Gesundheits-Apps hinbekommt, dann führt das dazu, dass man Daten doppelt und dreifach eingeben und verwalten muss.

Was sind Digitale Gesundheitsanwendungen?

Abgesehen von Apps, die man bezahlen muss, gibt es auch solche, die zu den „Digitalen Gesundheitsanwendungen“ (kurz DiGA) gehören. Der Vorteil: Diese Anwendungen können vom Arzt bei Bedarf verordnet werden. Um als DiGA zu gelten, müssen Apps bestimmte Voraussetzungen erfüllen, insbesondere müssen sie nachweislich einen Vorteil für Patientinnen und Patienten haben. Außerdem müssen sie in regelrechten Studien einen therapeutischen Nutzen für den Erkrankten belegen. Auch hinsichtlich des Datenschutzes gilt es gemäß den Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hohe Anforderungen zu erfüllen.

Zwei Apps unter der Lupe

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat jetzt aktuell zwei Diabetes-Apps für Menschen mit der Diagnose Diabetes zugelassen:

  • Vitadio
  • HelloBetter Diabetes und Depression

Vitadio für Menschen mit Typ-2-Diabetes

„Vitadio“ ist eine App, die Menschen mit Typ-2-Diabetes helfen kann. Mit dem ein Jahr laufenden personalisierten Programm hilft sie dabei, die Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen und Gewicht zu verlieren. Die App führt Anwender*innen schrittweise zu einem gesünderen Leben.
Dafür findet man tägliche Aufgaben und Lerneinheiten, die positive Gewohnheiten festigen und negative allmählich abstellen. Dabei solle es aber weder um eine strikte Diät noch um Kalorienzählen gehen.

HelloBetter Diabetes und Depression

„HelloBetter Diabetes und Depression“ heißt der Online-Therapiekurs, der 12 Wochen dauert. Bei der Nutzung und Anwendung ist man zeitlich und örtlich nicht gebunden. Sie kann auch im Alltag erfolgen. Patienten können den Kurs völlig selbständig absolvieren.
Es bedarf keiner Einführung durch Arzt oder Psychotherapeuten. Es steht aber trotzdem ein wissenschaftlich qualifizierter Telefon- und Chat-Support für Fragen von Anwendern zur Verfügung.
Außerdem wird man während des Therapiekurses durch einen Psychologen von HelloBetter betreut. Dieser gibt nach dem Durchlaufen jeder Kurseinheit ein Feedback und überwacht den Therapiefortschritt. Auch er steht bei Fragen zur Verfügung.
Um diese Therapie auf Rezept verordnet zu bekommen, muss vorher die Diagnose „E10 Diabetes Typ 1“ oder „E11 Diabetes Typ 2“ gestellt worden sein.

Eine Liste der zugelassenen Apps auf Rezept stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) online zur Verfügung.

Bildquellen

  • export-pexels-marek levak-small: pexels
Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 23. Dezember 2022 | Peter Wilhelm 23. Dezember 2022

Lesen Sie bitte auch:


Kommentare sind geschlossen.




Rechtliches


Skip to content