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Diabetes-Wissen

Kanüle häufig wechseln

Diabetes 2130236 1920 Pixabay

Diabetiker, die Insulin spritzen, verwenden an der Spitze ihrer Insulinpens Kanülen. Kanülen sind feine Hohlnadeln. Hier sind Injektionskanülen aus Metall gemeint. Das sind Nadeln für Spritzen, Infusionen, Insulinpens, Insulinpumpen usw.

Es gibt sie in verschiedenen Längen und Weiten. Dabei wird der Außendurchmesser in der Einheit Gauge angegeben. Umso höher die Gauge-Zahl (G), desto kleiner ist der Durchmesser der Nadel und desto feiner ist die Kanüle.
Die Länge der Kanülen wird in Millimeter angegeben. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Längen: 4 mm, 5 mm, 6 mm … 10 mm und 12 mm.

Eine gängige Größe wären z.B. Kanülen mit der Angabe 6 mm x 31G.
Hierbei bedeutet 31G, dass die Kanüle bei einer Länge von 6 mm nur 0,25 mm dick ist.

Kanülen mit einer Länge von 6 und 8 mm gehören zu den am meisten verwendeten.

Die Kanülen, die auf Ihren Insulinpens stecken, sollten Sie möglichst nach jeder Anwendung auswechseln. Je häufiger die Kanüle im Einsatz ist, umso stumpfer wird ihre Spitze, was das Insulinspritzen schmerzhafter macht.

Die Kanülen neigen zur Hakenbildung. Diese verursacht unnötige Schmerzen beim Einstechen.

Die DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) empfiehlt, Penkanülen nur einmal zu verwenden. Wer diese Bilder sieht, wird diese Empfehlung nie mehr missachten.

Es gibt zahlreiche Risiken bei der Wiederverwendung:

  • Die Kanüle ist nicht mehr steril.
  • Bei Verwechslung von Pens auf Stationen/Wohngruppen mit mehreren insulinpflichtigen Diabetikern erhöht sich die Gefahr von Kreuzkontaminationen
  • Das bei keiner Injektion auszuschließende Risiko von Verbiegen, Abstumpfen, Verdrehen und Hakenbildung der Injektionskanüle, Materialrückständen im Gewebe, Erosion von Beschichtungen, Inkrustationen usw. potenziert sich inakzeptabel bei jeder Wiederverwendung einer gebrauchten Kanüle
  • Die Injektion mit der verformten Kanüle beschädigt das Gewebe stärker.
  • Die Einstiche werden schmerzhafter.
  • Wachstumsfaktoren werden freigesetzt und führen in Verbindung mit Insulin zu Fettgewebewucherungen (Lipohypertrophien)
  • In Lipohypertrophien injiziertes Insulin wird vermindert resorbiert und führt zu unkontrollierbaren Blutzuckerspiegeln.
  • Das in der Kanüle verbleibende Insulin kann kristallisieren und bei der nächsten Injektion den Durchfluss verhindern.
  • Ein Haftenbleiben von Geweberesten in der Kanülenspitze beeinträchtigt die Dosiergenauigkeit bei nachfolgenden Injektionen.
  • Insulin kann austreten, es kommt zu einer Verunreinigung der Schutzkappe.
  • Luft kann über die Penkanüle eintreten, die folgenden Injektionen werden ungenau durch Falschdosierung.

Bilder:
Titel: Pixabay
Kanülen s/w: DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft)

Bildquellen

  • hakenbildung: Jodelite
  • diabetes-2130236_1920-pixabay: Pixabay

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Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 21. April 2024 | Peter Wilhelm 21. April 2024

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