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Blutzucker messen

Deshalb sind Blutzuckermessgeräte so günstig

Blutzuckermessgeraet Pixabay

Moderne Elektronik wird immer preiswerter. Vor allem Elektronikgeräte aus China überfluten den Markt. Oft genug handelt es sich dabei um minderwertige Geräte, die nicht einmal ein CE-Zeichen haben. In diesem Zusammenhang wird oft auch von „Chinaschrott“ gesprochen. Zumeist liegt der Preisverfall aber daran, dass viele elektronische Komponenten heute viel günstiger herzustellen sind, als noch vor einem Jahrzehnt.

Auch elektronische Medizinprodukte sind davon betroffen. Die Zeiten, in denen Blutzuckermessgeräte weit über 100 Euro kosteten, sind längst vorbei. Trotzdem wundern sich viele, weshalb Blutzuckermessgeräte so extrem günstig abgegeben werden. Preise von 5 € bis knapp 20 € für super ausgestattete Messsysteme sind keine Seltenheit.

Ja, oft genug bekommt man die Blutzuckermessgeräte sogar geschenkt. Dann liegt meist eine Postkarte oder ein Fragebogen bei, auf dem der Diabetiker seiner Erfahrungen dem Hersteller zurückmelden soll. Manch einer erhält sein erstes Blutzuckermessgerät sogar vom Arzt geschenkt.

Tatsache ist aber, dass niemand etwas zu verschenken hat.

Selbst bei niedrigen Produktionkosten sind Blutzuckermessgeräte kaum unter 20 Euro handelbar. Der Groß- und Einzelhandel will etwas verdienen, Versandkosten, Lagerkosten und das Material fallen an. Meist erhält der Diabetiker das Gerät selbst, die dazugehörigen Batterien, eine Stechhilfe, etwas Zubehör, eine Tasche und einige wenige Teststreifen.

Mit anderen Worten: Der Diabetiker kann heute sein Blutzuckermessgerät völlig kostenlos oder extrem unter Preis bekommen. Die Hersteller verkaufen diese Geräte deutlich unter Preis. Und damit das keine wettbewerblichen Probleme mit den Mitbewerbern gibt, wird das Ganze immer als Studie, Test usw. ausgegeben. Deshalb liegen auch die Fragebogen und Postkarten bei, mit denen man seine Erfahrungen zurückmelden soll.

In Wirklichkeit geht es um die Markenbindung und die Teststreifen. Denn genau vom meistbenötigten Verbrauchsartikel, den teuren Teststreifen, liegen meist nur 5 oder 10 Stück bei. Und wer ein schönes neues Messgerät umsonst oder sehr günstig bekommen hat, nimmt dann in der Apotheke oder bei der Verschreibung durch den Arzt die Messstreifen genau dieses Herstellers.

Und mit den Teststreifen lässt sich famos viel Geld verdienen. Der Preis pro Teststreifen liegt wohl kaum über wenigen Cent.
Gehandelt werden sie aber für im Schnitt 50 Cent pro Stück.
Ein Diabetiker, der 4 x am Tag messen muss, benötigt 1.460 Teststreifen pro Jahr.
Da sind für den Hersteller des verschenkten Blutzuckermessgeräts die Kosten für das Gerät schnell wieder drin.

Bild:

Bild von stanias auf Pixabay

Bildquellen

  • blutzuckermessgeraet-pixabay: Pixabay
Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 9. Januar 2020

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